Rotalgen? Nein! Biofilm – „Pink Slime“

 

Unter Biofilm versteht man - vereinfacht gesagt - Bakterien, die sich an Gegenständen abgelagert haben.

Zur besseren Vorstellung kann man den Zahnbelag, der durch Bakterien verursacht wird, als eine Form des Biofilms betrachten. Wir Menschen sind von Mikroorganismen “besiedelt” und somit sind auch ständig Plaque-Bakterien im Mund, die sich im Laufe der Zeit an den Zähnen absetzen.

 

Im Schwimmbad vollzieht sich ein ähnlicher Prozess, vor allem dann, wenn die Desinfektion einmal nicht ausreichend war. Durch eine zu geringe Dosierung des Desinfektionsmittels, durch eine urlaubsbedingte Desinfektionspause oder durch Witterungseinflüsse kann so etwas passieren. Unter bestimmten Umständen beobachtet man dann im Schwimmbadwasser farblose oder auch rötliche, glitschige Beläge – meist an den Beckenwänden und am Boden oder Rollabdeckungen.

 

Der Biofilm kann sich auch von den Beckenwänden lösen und im Wasser schweben, beispielsweise als undefinierbare Fäden oder auch ähnlich wie Papierschnipsel. Im Englischen wird der Biofilm auch als “Pink Slime” bezeichnet. Oft wird dieser Film, der sich rosa färbt, auch fälschlicherweise als “Rotalgen” bezeichnet.

 

Ein erstes Zeichen für das Vorhandensein von Biofilm sind glitschige Beläge an den Beckenwänden. Dieser Belag ist zunächst farblos. So merkt der Poollaner oft nicht, dass er Bakterien im Wasser oder an den Wänden hat.

 

Wird dann aber das Desinfektionsmittel wieder zugegeben, beginnen die Bakterien abzusterben und verfärben sich dabei rosa. Meistens wird erst jetzt das Problem sichtbar.

 

Der Poolbesitzer ist in diesem Fall häufig irritiert, denn es scheinen ja, trotz der Zugabe eines Desinfektionsmittels “rote Algen” entstanden zu sein.

 

Tatsächlich war der Biofilm aber bereits in farbloser Form vorhanden, sichtbar wurde er aber erst durch Zugabe des Desinfektionsmittels.

Dieses Phänomen kann übrigens bei allen gebräuchlichen Desinfektionsmitteln auftreten, die im Schwimmbad eingesetzt werden.

Grundsätzlich kann man den Biofilm, ähnlich wie in der Medizin, auf zwei Arten in den Griff bekommen: Vorbeugen und “heilen”.

Vorbeugen kann und sollte man, indem man immer für einen ausreichenden Gehalt an Desinfektionsmittel im Wasser sorgt.

Ist einmal Biofilm vorhanden, so muss er sowohl mechanisch beseitigt als auch mit Hilfe von Desinfektionsmitteln vernichtet werden. Die Zugabe von Desinfektionsmitteln reicht da alleine nicht aus.

 

In unserem Beispiel der Mundhygiene wäre das mit dem täglichen Zähneputzen zu vergleichen. Hier muss schließlich der entstandene Biofilm auch mit der Zahnbürste mechanisch entfernt werden. Ein desinfizierend wirkendes Mundwasser reicht hier also genauso wenig aus wie in einem Schwimmbecken die ausschließliche Zugabe eines Desinfektionsmittels.

 

In jedem Fall sollte Biofilm von vorne herein vermieden oder beseitigt werden, denn er wirkt sich negativ auf Ihre Wasserqualität aus.

 

Wenn er einmal da ist - wie beseitige ich denBiofilm?

 

Den pH-Wert des Wassers auf 7,0 bis 7,4 einstellen und die Beläge mechanisch von Wänden und Boden wegbürsten, wenn möglich absaugen. Dann den Filter gründlich rückspülen (circa 5 Minuten).

 

Als nächstes bei laufender Umwälzung eine Stoßchlorung durchführen; ist ein Sandfilter vorhanden, zusätzlich eine Flockmittelkartusche in den Skimmer legen und die nächsten 24 Stunden ununterbrochen filtern. Danach den Filter erneut rückspülen.

 

24 Stunden nach der Stoßchlorung Chlorgehalt messen: Liegt der Wert unter 1,5 mg/l, kann davon ausgegangen werden, dass der Biofilm noch nicht völlig beseitigt ist, die Stoßchlorung deshalb unbedingt wiederholen. Andernfalls kann das Problem in Kürze wieder auftreten.

 

 

Eine mechanische Entfernung oder zumindest eine Aufwirbelung des Biofilms ist unerlässlich: Hat sich der Belag zum Beispiel auf Rollabdeckungen angesiedelt oder in schwer zugänglichen Bereichen des Beckens, so sind auch diese mechanisch zu reinigen. Ein Bodensauger übernimmt im Pool die gleiche Funktion wie die Zahnbürste beim Zähneputzen.

 

 

transparente, glitschig-schleimige Fäden