Neben – ja, ich glaube, es behaupten zu dürfen – etwas handwerklichem Geschick und Interesse bin ich vor allem
ein kreativer Mensch. Ich suche immer wieder nach neuen Herausforderungen, mich in dieser Hinsicht auszutoben. Begonnen hat das Ganze schon in meiner Schulzeit: Meine erste Jugendliebe
übte mit Leib und Seele den Beruf
des Malers aus. Später war ich über sieben
Jahre als Sozialpädagogin und Förderlehrerin für junge Maler und Lackierer tätig, durfte u.a. mit drei erfahrenen Malermeistern arbeiten. Die unendlichen Möglichkeiten begeisterten
mich täglich aufs Neue.
Die Krönung war dann wohl der Kauf unseres
sanierungsbedürftigen Reihenhauses nebst großem Hof- und Gartengrundstück. Bis auf die komplett neue Strom-, Heizungs- und Wasser-/ Abwasserinstallation geschah alles in
Eigenleistung. Bezüglich des handwerklichen Ausprobierens blieben genau so wenig Wünsche offen, wie hinsichtlich
der geforderten Kreativität. Zudem sind auch im
Freundeskreis immer wieder meine Ideen und deren Umsetzung gefragt.
Langweile ich? Okay, dann leite ich mal schnell
über zum eigentlichen Thema, mit weniger Worten:
Unser Pool steht oder besser „sitzt“ in der Erde und dient schon seit Längerem der Abkühlung. Auch das Technik-Häuschen tut seine Dienste – Funktion ist also vorhanden. Aber wie sieht es ringsherum nur aus? Auweia!
Hier müssen wir unbedingt ran: Kompost und Dickicht sowie der uralte Zaun, welcher das Gewerbegrundstück des Nachbarn von unserem abgrenzt, werden beseitigt.
Und nun? Keine Frage: Es werden Schalungssteine und wetterfeste gebrannte Zementfaser-Platten geordert. Punkt-Fundamente stützen die Pfeiler aus den Steinen. Hieran werden die Platten befestigt. Wir haben sie angeschraubt und zusätzlich mit Betonkleber gesichert.
Die erste Plattenreihe wird zur Hälfte in die Erde eingelassen, im Erdreich durch Folie geschützt und beidseitig mit einer„leichten“ Betonmischung verfüllt. Der Folienschutz wäre nicht unbedingt notwendig, doch wir gehen lieber auf„Nummer sicher“ – ist ja schließlich ein sehr geringer Aufwand.
Jetzt sieht man erst, wie viel Platz das ehemals stiefmütterlich behandelte Gartenende bietet.
Na, das sieht doch schon ganz anders aus, oder? ... aber doch ziemlich kahl und trostlos. Die Fugen werden mit Acryl geschlossen und alles tüchtig grundiert.
Vielleicht könnte man ja die Wand etwas aufhübschen? Eventuell mit einem schicken Bildchen?
Gedacht – getan: Per Rastervergrößerung bringe ich meine Vorlage, die aus verschiedenen Bildern am Rechner entstanden ist, auf die Wand. Dann beginne ich, sie mit Fassadenfarben (gemischt mit Abtönpasten) farblich auszulegen.
Das dauert etwas länger – und weil die Sonne nicht immer so schön scheint, bedarf es eines Wetterschutzes. Also wird eine Gewebeplane als provisorische Überdachung gespannt. Nun steht der künstlerischen Betätigung in jeder freien Minute nichts mehr im Weg.
Nachdem die Grundstruktur fertig ist, geht es an die filigranen Details.
Die Seerosen haben mich fast in den Wahnsinn getrieben und sind nun - dank zigmaliges Überarbeiten - plastisch hervorgehoben.
Nun kommt die typische Sandsteinstruktur. Um das Hauptbild herum soll optisch eine Sandsteinmauer entstehen. Also wird zunächst farblich grundiert. Hierzu werden Fassadenfarbe, Abtönpaste und Tiefengrund vermischt und mehrlagig mit jeweils leichtem Zwischenschliff aufgetragen.
Für die plastisch erscheinenden Fugen klebe ich mit Malerkrepp sorgfältig ab und verwende verschiedene graubraune Farbtöne. Dieser Abschnitt kann sich nun sehen lassen, oder? Unser vierbeiniges Model ist natürlich wieder mittendrin
Links daneben ist noch jede Menge Platz für kreative Sachen. Lust ist ebenso vorhanden. Also wird ein Brunnenfoto bearbeitet, etwas abgewandelt und wiederum auf die Wand übertragen. Farblich wird das Ganze harmonisch angepasst.
Nun will das Wetter nicht mehr so, wie ich es gern hätte: Frost droht.
Also geht es im nächsten Jahr weiter ...
Neben der farblichen Fertigstellung sind eine Ziegelüberdachung, möglichst kreative Beleuchtung (eventuell teilweise durch den Einsatz fluoreszierender Farben und Solarbeleuchtung), in ähnlicher Bauweise eine Grillbar und, und, und ... geplant. Erfahrungsgemäß kommen im Laufe der Zeit immer noch spontane Ideen auf, die eingearbeitet werden. Und so bleibt das Ende offen ...
