Welche Sandfilteranlage passt zu meinem Pool?

 

Filtergeschwindigkeit und Leistung

 

Die rechnerische Filtergeschwindigkeit steht in direkter Verbindung zur Filterleistung.

 

Diese sollte im Privatbereich nicht über 50 m/h betragen. Im öffentlichen Schwimmbadbereich ist die Filtergeschwindigkeit bei normalem Wasser auf maximal 30 m/h und bei salzhaltigem Wasser oder Sole auf 20 m/h begrenzt.

 

Die Filterleistung verringert sich mit zunehmender Filtergeschwindigkeit automatisch.

 

Eine langsamere Filtergeschwindigkeit von ca. 30 m/h würde das Ergebnis der Filtration verbessern, jedoch sind für die Reinigung des Filters durch Rückspülung Spülgeschwindigkeiten von 50-60 m/h in Abhängigkeit vom Filtermedium notwendig. Da die Filterpumpe in privaten Schwimmbecken für Filtration und Rückspülung ausgelegt wird, wählt man als Kompromiss eine Filtergeschwindigkeit von ca. 50 m/h.

 

Folgende Faustregel hat sich durchgesetzt: „Der Beckeninhalt sollte innerhalb von 10 Stunden mindestens zweimal umgewälzt werden.“

 

Der Filter sollte am Tage möglichst lange in Betrieb sein oder die Filterlaufzeiten jeweils vor den Badebetriebszeiten mindestens zweimal täglich fünf Stunden betragen um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

 

Die genannten Richtzeiten setzen wiederum effiziente Filtertechnik sowie eine fachgerechte Beckenhydraulik und optimale Wasserpflege voraus.

 

Filtergeschwindigkeit berechnen

 

Aufgabe

Durch einen einschichtigen Sandfilter mit m² Fläche (A) strömen m³/h Rohwasser (Q). Die Fließgeschwindigkeit (v) soll ermittelt werden.

 

Berechnung

Um die Fließgeschwindigkeit (v) zu Ermittel (=) wird die „echte Pumpenleistung (bei 8 m Wassersäule) – also die Rohwassermenge (Q) durch die Fläche (A) geteilt. m³ dividiert durch m² ergibt m. Somit erhält man den Wert in Meter pro Stunde (m/h)

 

Formel

v = Q : A = m³ : m² = m/h

 

Beispiel

Fläche:              0,1256 m² Einschicht Sandfilter (A) – also ein Kessel mit 40 cm Durchmesser (und 50 kg Sand)

Rohwasserstrom:                         6m³/h (Q)

Fließgeschwindigkeit: ?                               (v)

v = Q : A = 6 m³ : 0,1256 m² =47,77m/h <50m/h

 

Die Filtergeschwindigkeit beträgt 47,77 Meter pro Stunde. Das ist unter 50m/h, also in Ordnung.

 

Mit dieser recht einfachen Formel und dem Wissen, dass die Filtergeschwindigkeit einer Sandfilteranlage möglichst unter oder maximal knapp über 50 m/h liegen sollte, kann man errechnen, welche Pumpe zu welchem Kesseldurchmesser passt. Um Euch die Rechenarbeit abzunehmen, habe ich mal die gängigsten Kesselgrößen zu den verschiedenen Pumpen in einer Tabelle zusammengefasst:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Somit hat man schon zwei wichtige Größen. Was noch fehlt, ist das Volumen des Filtermaterials.

Beispiel: Ein 400 mm-Kessel sollte 50 kg Sand (oder 42 kg AFM) aufnehmen können, ein 500er Kessel 75kg…

 

Fazit:

Meine SFA filtert das Wasser in meinem 21 m³ Becken in 3,5 Stunden einmal, in 7 Stunden zweimal, an besonders heißen Tagen in 10,5 Stunden dreimal. Die Speckpumpe hat eine „echte“ Leistung von 6 m³/h, der Kessel hat einen Durchmesser von 400 mm und beinhaltet aktuell 42 kg AFM (alternativ 50 kg Sand). Es ergibt sich eine Filtergeschwindigkeit von knapp unter 50 m/h.

 

Ein letzter Hinweis dazu:

 

Unterschieden wird bei den Schwimmbadpumpen zwischen normalsaugenden und selbstansaugenden.

 

Die normalsaugenden Pumpen müssen unter Wasserspiegeloberkante stehen oder „ausgepumpt“ bzw. angesaugt werden, weil sie sich nicht selbst das Wasser „holen“ können, wie dies mühelos die selbstansaugenden Pumpen tun.

Diese können auch höher stehen als der Wasserspiegel, haben dann natürlich Leistungsverlust durch das Ansaugen und den „Verlust“ der Höhendifferenz und werden auch etwas lauter.

Konstruktionsbedingt haben die selbstansaugenden Pumpen immer ein schützendes Vorsieb (Vorfilter) vor dem Laufrad, was sich durch Öffnen des Vorfilter-Deckels jederzeit leicht reinigen lässt.

 

Bei normalsaugenden Pumpen wird hierauf leider oft aus Kostengründen verzichtet, die Folge sind Verstopfungen und Schäden der Laufräder bzw. des Motors. Ein externes Vorsieb kann jedoch zusätzlich montiert werden.

 

 

Alles passt optimal!

Hier geht es zum Filtermaterial und den Filterlaufzeiten.